Ein Bauzeitenplan (auch Bauablaufplan/Terminplan/Bauprogramm) ist die zeitliche „Landkarte“ eines Projekts, die festlegt, welche Arbeiten wann, in welcher Reihenfolge und mit welchen Abhängigkeiten stattfinden und welche Termine kritisch sind; daraus ergeben sich in der Praxis weniger Koordinationschaos, klarere Verantwortlichkeiten, schnellere Reaktion auf Abweichungen und weniger strittige Diskussionen, weil Entscheidungen auf Plan‑ und Ist‑Daten beruhen.
Ein belastbarer Bauzeitenplan beantwortet sechs Kernfragen in einem Blick:
fehlen diese Antworten, handelt es sich nicht um ein taugliches Steuerungsinstrument.
Für einen stabilen Erstplan sind fünf Mindestangaben erforderlich, nämlich Projektumfang (Pläne/Leistungsverzeichnis), Rahmen (gewünschter Start, Übergabe, Sperrzeiten), Logik der Hauptphasen (z. B. Baumeister, „Gebäude dicht“, Ausbau, Technik, Inbetriebnahme), Randbedingungen (Lieferzeiten, behördliche Termine, Zugang/Etappierung) und die Zuteilung, wer welche Termine zuliefert (Unternehmer, Planer, Bauherrschaft).
Der Start erfolgt zweckmäßig mit 10–15 allgemein verständlichen Meilensteinen (u. a. Baubeginn, „Gebäude dicht“, Rohinstallationen fertig, Estrich inkl. Trocknung, Ausbau fertig, Inbetriebnahmen, Abnahme/Übergabe), die das Gerüst für alle Folgevorgänge bilden.
Für eine wöchentliche Steuerung bewährt sich die Zerlegung in sechs Blöcke: Vorbereitungen, Rohbau, Gebäudehülle, Innenausbau, Umgebung/Restarbeiten sowie Prüfungen/Inbetriebnahmen/Abnahmen; zu grobe Pläne führen zum Blindflug, zu feine Pläne zu übermäßigem Pflegeaufwand.
Realistische Terminierungen entstehen, wenn drei Zeitarten strikt getrennt werden: Produktionszeit (Arbeitstage), Wartezeit (z. B. Trocknung/Aushärtung/Lieferung) und Schnittstellenzeit (Freigaben/Abnahmen/Umstellungen).
Abhängigkeiten unterscheiden „Plan“ von „Bild“ (z. B. Estrich nach dichter Hülle und Rohinstallationen; Maler nach verspachteltem Trockenbau und Trocknung); Puffer sind vor Inbetriebnahmen (wegen Fehlerkettenkosten) und vor Abnahme/Übergabe (Restarbeiten/Mängel) einzuplanen.
Ein praxistaugliches Controlling nutzt vier Statuswerte (geplant, läuft, fertig, blockiert) und aktualisiert wöchentlich Ist‑Start/Ist‑Ende bzw. Fortschrittsgrade; jede Verschiebung erhält eine dokumentierte Ursache (z. B. Lieferung, Personal, Schnittstelle, Wetter, Entscheidung), um Wirkungen und Gegenmaßnahmen nachvollziehen zu können.
Wer zehn Kernpunkte (von Baustelleneinrichtung bis Abnahme/Übergabe) mit Dauer, Abhängigkeiten und Puffern pflegt, erreicht bereits eine höhere Steuerungsqualität „als 70 % der rein grafischen Excel‑Balkenpläne“; der Zugewinn entsteht primär durch Abhängigkeiten und sichtbare Puffer.
Umbauten verlangen zusätzlich drei bis vier Bausteine: Etappierung (Zonen/Staubschutz/Zugänge), explizite Risiko‑Puffer für Bestandsunbekanntes, Entscheidungsmeilensteine (Bemusterungen/Freigaben) und die aktive Planung von Lieferzeitfallen (z. B. Türen/Küchen/Spezialteile).
In Gewerbe‑/Industrieprojekten entscheidet die Beherrschung von Schnittstellen und Inbetriebnahmen über Termintreue; eine eigenständige Phase „Testen/Einregulieren/Optimieren“ mit mehreren Iterationen ist dabei erfolgskritisch.
Excel genügt bei einem einzelnen kleinen bis mittleren Projekt mit wenigen Abhängigkeiten und geringer Kollaboration; spezialisierte Software ist erforderlich, wenn mehrere Beteiligte mitarbeiten, Abhängigkeiten/Verschiebungen und Soll/Ist sauber geführt werden müssen, Vorlagen wiederverwendet werden sollen und Pläne schnell ohne Tool‑Zwang geteilt werden müssen.
Für eine praxisfokussierte, online geteilte und standardisierbare Terminplanung empfiehlen wir eine spezialisierte Lösung wie bauzeitenplan.de mit Drag‑and‑Drop‑Pflege, Vorlagen‑Nutzung und Leser‑Zugriffen zur planweiten Transparenz.